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Archive for the 'Am Wegrand' Category

1784 - 2009 Was hat sich geändert?

Posted in Am Wegrand on Oktober 8th, 2009

180px-immanuel_kant_portrait Die Postmoderne liegt so gut wie hinter uns, jedermann(frau) ließt (pseudo-)phsychologische Bücher wie “Wer bin ich, und wenn ja wie viele”, neueste pädagogische Ansätze lauern hinter jeder Ecke, der Rahmen für unser Weltbild umspannt tatsächlich den gesamten Globus. Ich, wir, unsere Gesellschaft nimmt für sich in Anspruch sich stetig weiterentwickelt zu haben, dann ließt man eine Text von 1784 und ist getroffen von dessen Akutalität bezogen auf die grundlegenden Probleme unserer Zeit.

AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch (oder  Neon, Spiegel etc., Talk-shows, Homepages, Super Nanny, Koch Duelle, …), das für mich Verstand hat, einen Seelsorger (bild, Die Grünen, diverse Web Foren, Autonome … wenn überhaupt noch vorhanden), der für mich Gewissen hat, einen Arzt (Schönheits-Chirurg, Mens Health, Die große Diät Show, …) , der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen (und zwar meinen Fernseher) kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen  den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

Auszug aus “Antwort auf die Frage, was ist Aufklärung“, I.Kant

So sieht es nämlich aus!

Rockröhre

Posted in Am Wegrand on Oktober 22nd, 2008

Wenn aus Indie Rockröhren Mainstream wird kann man manch Kuriosum erleben, zumeist fängt es damit an, dass in I-Pods von Teenies Bands wiederzufinden sind von denen man vor 1 einem Jahr gesagt hat “cool, respekt das hört auch nicht jeder”, der zweite Schritt schlägt sich dann in den Klamotten nieder. Begegnet zu Anfang das Auge nur in Großstädten (in D-Land ab 200 000 EW) solchen Netzhautpeitschen, so wird innerhalb kürzester Zeit selbst der Gang durch das letzte Kaff zur Folter, an deren Ende nur zu sagen bleibt “you can’t buy style”!.

Jetzt aber bin ich selbst Opfer, anders lässt es sich nicht ausdrücken, solch “mainstreamisierung” geworden. Nicht erst seit Zeiten der Finanzkrise sehe ich es als übertrieben an was ein ordentliches, nichts Marke oder Design,  Beinkleid heutzutage kostet. Aus diesem Grund hab ich bei e-bay meine Größe eingegeben, ein augenscheinlich normales, neues, preiswertes Modell ausgewählt und die Auktion auch noch gewonnen. Heute kam das Ding, und ich sehe mich schon dem Spot gewisser Freunde ausgesetzt, denn es ist -eng. So ne Rockröhre eben, eine Jeans als Leggings verkleidet welche Kindern der 80′er noch bestens in Erinnerung sein dürfte. Doch gerade ist der Entschluss gefallen das Ding wird getragen, nicht etwa weil immerhin 70Euronen gespart werden konnten, sondern nur zum bossen, um selbst auch mal die Geisel in die Hand zu nehmen. In diesem Sinne, hier der erste Hieb.

Mehr Nacht als Weih

Posted in Am Wegrand on Dezember 11th, 2007

geschaft, wir sind so weit, der Vorweihnachtskonsumzwang/stress ist soweit vorgeschritten dass er nicht nur auf die Nerven geht sondern den Anlass völlig ausgelöscht zu haben scheint. So geschehen bei einem zwanglosen Telefongespräch mit der zukünftigen Frau vom Bruder meiner Liebsten. Eigentlich wollte ich nur gratulieren, denn ihr ist ein Kindlein geboren, doch die Glückwünsche hatten noch keine Gelegenheit zu verklingen als ich mich schon mit ihrer Wunschliste für Weihnachten konfrontiert sah, hallo!! Dem nicht genung, zudem sind wir bei Ihnen aller herzlichst eingeladen das Weihnachtsmenü mitzubringen und zu kochen, halloooo!!!

Gravierender noch eine Begebenheit auf unserem Weihnachtsmarkt auf dem wir als Freaks mit einem Hau-Dir-nen-Lukas vertreten waren, bei dem man sich ein gleichnamiges Evangelium erschlagen konnte. Uns gegenüber die Realschüler der 7. Klasse, von diesen hat dann auch unter Toben und Gejohle eine Schülerin die Kugel bis zum Anschlag bugsiert während die Lehrkraft mit Fitness-, Solarim- gekennzeichnetem Astralkörper es nicht mal annähernd hin bekam.

Das Mädel bekommt also ein Evangelium, der Lehrer darauf: Zeig mal, was hast Du denn bekommen?

Schülerin: Ein Evangelium nach Lukas?

Lehrer: Ah ja interessant, um was geht’s da?

Zu meinem Entsetzten keine rethorische Frage.

Keine zwei Minuten her, klopft der Pfarrer an unsere Tür um das Mitarbeiterweihnachtsgeschenk diesen Jahres zu verteilen. Ich bedanke mich artig, packe aus das scheinheilige Geschenk: Ein Glas Honig (zum selber um’s Maul schmieren oder was ?), lese die beiliegende Karte:

Für die Mitarbeiter, zum 24 Dezember !?!?

Bau-Igel

Posted in Am Wegrand on Juli 21st, 2007

Schon von einer ganzen Weile hat es mich in die Tiefen der Fakultät für Bauingenieurwesen verschlagen, normalerweise werden die dort ausgestellten Objekte studentischer Bauwut keines müden Blickes meinerseits gewürdigt. Diesmal sollte alles anders kommen.

Schon von weiten klang ein wohlbekanntes, süßes Klackern an meine Ohren, welches normalerweise nur aus verrauchten Hinterzimmern von Kneipen oder Bars zu hören ist…mein Kicker-Herz schlug schneller, meine eben noch so müden Schritte beschleunigten sich. Tatsächlich da stand er, dieses Exemplar meines bevorzugten Spielgerätes. Spielfläche aus Waschbeton, feinste Nadellager eingegossen, Gestell aus massiv Holz…mein Herz inzwischen kurz vor dem Infarkt…….Ich gar nicht erst gezögert, gleich gefordert……Dann der große Moment, Bau - gegen richtigen Ingenieur. Doch schon nach den ersten Ballkontakten wich die anfängliche, hochkochende Begeisterung, kalter, fast eisiger Ernüchterung. Nicht ob des Gegners, dieser war fast noch schlechter als der Kicker an sich. Mit Endtäuschung musste ich feststellen, dass der äußere Schein mehr als nur getrügt hat, die Spieleigenschaften dieses Möchtegern Tischkickers waren so miserabel dass Spielfreude gar nicht erst aufkommen konnte. Kratergleiche Poren, Grand Canyon ähnliche Risse nebst windschiefen Banden ließen nicht nur keine Spielkultur zu, sondern machten eine gepflegte Partie Tischfußball einfach nicht möglich.

Trotz eines Kantersieges (1:6) keineswegs beschwingt machte ich mich von dannen und schwor mir dabei nie wieder so tief zu sinken.

Große Bitte an alle Bauingenieure: Schuster bleib bei deinen Leisten, elf Freunde macht man sich anders.

Gegen den Strom

Posted in Am Wegrand on Juli 13th, 2007

Gegen den StromNeulich samstags saß ich mit meinem Opa und zwei kühlen Bier gediegen auf unserem “Stückle”, wo wir gemeinsam, aus der Perspektive zweier Campingstühle, gerade dabei waren unser Tag Werk zu betrachten. Dabei hab ich nebenstehende Birne entdeckt, welche so gar nicht auch nur annähernd in die Richtung wächst wie alle anderen am Baum, gegen den Strom.

Die metaphorisch denkende Hälfte meines Gehirns fing sofort an diese Laune der Natur auf unser täglich Dasein zu transportieren.

Als Jesus Freak, der ich bin, bin ich da natürlich sofort dabei, Hauptsache kein Mainstream, Hauptsache dagegen. Gemeint sind damit aber nicht nur der äußere Style wie Klamotten oder Musik etc., sondern das Gesamte. Wie soll mein Leben aussehen, was ist mir wichtig, was sind die Ziele in meinem Leben, ist er normal nur weil alle es tun?

Für mich gibt es da nur eine Antwort, Jesus. Ihm wächst die Birne entgegen, ihm wollen wir entgegen wachsen, wenn wir uns jedoch entschließen es zu tun wie der Rest am Baum wird daraus nichts.

Sei eine helle Birne!